Der Angst und Ohnmacht entkommen
Studien zeigen, dass etwa 10 bis 30 Prozent aller Menschen nach einem Trauma eine behandlungsbedürftige Traumafolgestörung entwickeln, die das Leben in allen Bereichen – teilweise massiv – einschränken können. Es entwickeln sich unter anderem Ängste und Unsicherheiten, Kraftlosigkeit, Handlungsohnmacht und körperliche Anspannungen, die dauerhaft präsent sind und einen damit so sehr von Leichtigkeit und Lebensfreude ablenken, dass man das Gefühl bekommen kann, sie wären gänzlich und unwiderruflich verschwunden. Die gute Nachricht allerdings ist: dem ist nicht so. Mithilfe der Traumatherapie ist es nach meiner Erfahrung häufig möglich den Körper wieder in seine ursprüngliche Kraft zu bringen und die belastenden Erinnerungen zu integrieren und zu transformieren.
In meiner Praxis
Traumatherapie zur Unterstützung von Körper und Seele
Ein Traumafolgeerkrankung kann sowohl durch ein intensives körperliches Erlebnis wie einen Unfall entstehen, als auch durch eine seelische/emotionale Verletzung. Diese kann hervorgerufen werden durch außergewöhnlich belastende oder überwältigende Erfahrungen, wie sexueller und emotionaler Missbrauch, gravierende Verlusterlebnisse, aber auch dadurch, dass Situationen ausweglos erscheinen oder man sich zwischen unmöglichen Alternativen entscheiden musste. Relativ oft ist den Menschen der Zusammenhang zwischen Trauma und Traumafolgeerkrankung gar nicht bewusst. Nicht selten kommt es in der Praxis vor, dass ich während einer als Körpertherapie begonnenen Behandlung, deutliche Hinweise des Körpers auf ein Trauma spüre. Mit dem Einverständnis des Patienten kann ich in diesem Fall die Körpertherapie mit einer Traumatherapie kombinieren.
Wichtig zu verstehen ist: Die individuelle Wahrnehmung traumatischer Erlebnisse unterscheidet sich stark – was für eine Person traumatisierend wirkt, kann von einer anderen als weniger belastend empfunden werden. Das liegt an der unterschiedlichen Resilienz ( Belastbarkeit ) der Stressverarbeitungssysteme.
Traumafolgestörungen wie die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Anpassungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen, verschiedene Angststörungen, Depressionen oder psychosomatische Erkrankungen haben sehr häufig auch eine körperliche Komponente. Denn Anspannungen, die aufgrund einer Überforderung der Seele entstehen, hält der Körper oft dauerhaft fest. Deswegen ist es in diesen Fällen aus meiner Sicht sehr wichtig sowohl den Körper als auch die Seele zu therapieren.
Typische Symptome infolge einer Traumafolgestörung können sein:
Meine Therapiemethoden in der Traumabehandlung
Die moderne Traumatherapie bietet verschiedene wissenschaftlich anerkannte Verfahren, die sich kontinuierlich weiterentwickeln. Jede Methode hat ihre spezifischen Stärken und eignet sich für unterschiedliche Arten von Traumatisierungen und Persönlichkeitsstrukturen. Die Behandlungen in meiner Praxis sind sehr individuell und nutzen oft Module aus mehreren Therapieformen.
Je nachdem, wie tiefgreifend das Trauma ist, kann es wichtig sein, sich den erlebten und damals als unaushaltbar wahrgenommenen Emotionen erneut zu stellen. Um dies gut bewältigen zu können, braucht man eine sogenannte Ressource. Dies ist eine Verbindung zu einem friedvollen Ort, – bevorzugt in uns selbst – der große Sicherheit vermittelt. Von dort aus können wir uns den intensiven eingeschlossenen Emotionen stellen, ohne von ihnen überwältigt zu werden. Keine Sorge, in jedem von uns gibt es diesen Ort, denn er ist Teil unseres tieferen Selbst. Von dort wirken alle Erlebnisse nicht mehr existentiell und können so viel leichter bewusst gemacht und Stück für Stück transformiert werden.
Dies sind teilweise folgende Elemente:
Kognitive Verhaltenstherapie
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) kombiniert Expositionsverfahren – die gezielte Konfrontation mit Traumaerinnerungen – mit kognitiver Umstrukturierung. Dabei lernen Patienten, dysfunktionale Gedanken und Überzeugungen zu identifizieren und zu verändern. Die Therapie unterstützt dabei, seelisch Belastendes, das als kaum Aushaltbar erlebt wird, zu verarbeiten. Das sogenannte „Skill- Training“ ergänzt die Behandlung, um Symptome wie Vermeidung, Angst oder Flashbacks zu reduzieren.
Dieser Ansatz hat sich besonders bei der Behandlung von Ängsten und Depressionen bewährt, die häufig als Begleiterkrankungen von Traumafolgestörungen auftreten. Die Verhaltenstherapie bietet praktische Werkzeuge für den Umgang mit belastenden Situationen im Alltag.
Körperorientierte Traumatherapie
Verfahren wie Somatic Experiencing nutzen gezielt den Körper zur Stabilisierung des Nervensystems. Sie verringern Übererregung und fördern die Selbstregulation – besonders wichtig für Menschen, die stark unter körperlichen Symptomen leiden oder ihre Gefühle kaum wahrnehmen können.
Diese Ansätze erkennen an, dass Traumata nicht nur im Kopf, sondern im gesamten Körper gespeichert sind. Durch bewusste Wahrnehmung von Körperempfindungen und gezielte Bewegungsübungen können blockierte Energien gelöst und das natürliche Gleichgewicht wiederhergestellt werden. Körperorientierte Verfahren unterstützen dabei, Gefühle von Hilflosigkeit zu erkennen und gezielt zu transformieren, so dass Betroffene wieder mehr Kontrolle und Selbstwirksamkeit erleben.
Manuelle Techniken
Das Auflösen geschieht manuell über die Hände und indem ich den entsprechenden Stellen das zukommen lasse, was Sie aus meiner Sicht am meisten brauchen. Dies geschieht manchmal im Stillen. Bei größeren Traumata ist aber wichtig, dass Sie den Prozess bewusst erleben. Dann lösen wir die Probleme gemeinsam auf.
Grundsätzlich zeigt sich mir als Heilpraktiker nur das, was auch bereit ist loszulassen.
Ergänzungsverfahren
Ein wichtiger Baustein der Traumatherapie ist auch die Craniosacrale Therapie. Weitere Informationen finden sie auf der folgenden Therapieseite: Craniosacrale Therapie Düsseldorf | Christian Schlicker
Außerdem nutze ich sehr oft und gern Visualisierungen und Entspannungstechniken.
Die Gesprächspsychotherapie mit traumatherapeutischem Schwerpunkt kann ergänzend eine wichtige Rolle spielen – besonders bei komplexen Traumata und langwierigen Störungen.
Behandlungsablauf und Therapieziele in meiner Praxis
Der Weg zur Heilung von Traumafolgestörungen ist ein individueller Prozess, den ich in meiner Praxis in Düsseldorf achtsam und strukturiert begleite. Jede Behandlung richte ich auf die persönlichen Bedürfnisse meiner Patienten sowie auf die Art und Tiefe des erlebten Traumas aus. Dabei berücksichtige ich auch prägende Erfahrungen aus der Kindheit, da sie oft eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und Verarbeitung traumatischer Erlebnisse spielen.
Die Reihenfolge der Schritte zu mehr innere Freiheit entwickelt sich im Zuge der Therapie fast immer spontan. Dabei ist der Körper oft der wichtigste Wegweiser: Denn was sich durch ein Trauma verursacht sogar körperlich zeigt, ist meist vorrangig zu behandeln und gut lösbar.
Diagnostik und Anamnese
Die Sitzung beginnt mit einem ausführlichen Anamnesegespräch in meiner Naturheilpraxis. Hier ist Raum, um Ihre Symptome zu schildern und auch alles andere loszuwerden, was Sie erzählen möchten.
Behandlungsbeginn
Im Anschluss folgt die eigentliche Behandlung, zu der Sie sich fast immer auf die Liege legen. Dabei nehme ich mit den Händen Kontakt zu Ihrem Körper auf. Es folgt eine Phase des Vertrauen-Schaffens und der Diagnostik durch neutrale Wahrnehmung in Körper und Energiefeld. Stoße ich auf stärkere Emotionen, begeben wir uns gemeinsam auf die Suche nach den Hintergründen, häufig durch gezieltes Nachfragen. Manchmal ergeben sich in der Wahrnehmungsphase auch sofort klare Bilder oder Bezüge zu vergangenen traumatischen Ereignissen.
Traumatherapie
Die eigentliche Therapie startet meistens mit einer ganz individuellen Visualisierung zu Ihren Emotionen, bzw. dem konkreten Trauma. Dabei versuchen wir mit Hilfe der Visualisierung die festgefahrenen und manchmal dissoziierten Emotionen positiv zu verändern. Dies geschieht meist, indem Sie Schritt für Schritt eine neue Perspektive auf das Erlebte gewinnen. Ist der Prozess größer, braucht es dafür eine Ressource – etwas sehr Beruhigendes, das Kraft und Halt gibt.
Während der Visualisierung unterstütze ich ihr Nervensystem mit meinen Händen und löse die blockierten körperlichen Strukturen, die aufgrund der veränderten Emotionslage nun bereit sind, loszulassen.
Therapiedauer und Erfolgsmessung
Die Dauer einer Therapie hängt stets von den individuellen Voraussetzungen und der Komplexität des Traumas ab. In meiner Praxis nehme ich mir die Zeit, die jeder Patient für seinen persönlichen Heilungsprozess benötigt. Erfahrungsgemäß umfasst eine Behandlung in der Regel zwischen 5 bis 15 Sitzungen – bei schweren oder komplexen Traumafolgestörungen kann der Prozess auch länger dauern. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Sitzungen, sondern dass sich die Therapie flexibel am Fortschritt und den Bedürfnissen des einzelnen Menschen orientiert.
Der Erfolg der Therapie zeigt sich in einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität, einer deutlichen Reduktion belastender Symptome und einer stabileren psychischen sowie sozialen Balance. Auch die Rückfallprophylaxe und eine gezielte Nachsorge sind wichtige Bestandteile meines therapeutischen Konzepts, um erzielte Fortschritte nachhaltig zu sichern und langfristig zu festigen.
Häufig gestellte Fragen
zur Traumatherapie Düsseldorf